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Festschrift

„Arigato gozaimashita“ – „Vielen Dank für das Geleistete“: Mit diesen Worten bedanken sich die Kendokämpfer des Germania Mauritz jetzt seit über 30 Jahren nach jedem Training bei ihren Mitstreitern.
Kendo, die japanische Kunst mit einem Bambusschwert zu kämpfen ist in Japan seit dem Beginn der Neuzeit eine tief in den Grundfesten der Kultur verankerte Sportart.
Nach Ende des zweiten Weltkrieges zunächst eine leichte Flaute erlebend, schaffte es dieser Kampfsport nach und nach, sich einen festen Platz in der japanischen Gesellschaft zu erobern und ist heutzutage neben den berühmteren Kampfsportarten wie Judo und Karate, Pflichtsport bei Polizei und Militär.
Der Anspruch, den Kendo an sich selbst stellt, ist kein geringer. Durch den Vollkontakt-Wettkampf, das harte, anstrengende Training und die Vermittlung grundsätzlicher Werte, wie Mut, Courage, Entschlussfestigkeit, Höflichkeit und Verlässlichkeit, soll der ganze Mensch geformt und ausgebildet werden. All dies, und eine gewisse Portion japanischen Lebensgefühls und Tradition werden en passant vermittelt.
Auch das japanische Kultusministerium hat schon vor langer Zeit die erzieherischen Vorteile von Kendo erkannt, sodass das mittlerweile institutionalisierte Schulfach „Kendo“ auch an Japans Highschools viele sehr leistungsstarke Kendogruppen herausgebildet hat.

Germania Mauritz Münster zählt mit seiner Kendoabteilung zu den Pionieren in Nordrhein-Westfalen. Seit mittlerweile 32 Jahren gibt es in Münster Kendotreibende und auch heute sind die Initiatoren der ersten Stunde, wie Norbert Krokowski und Ingo Walter, noch aktiv. Von 1997-2001 trainierte eine Koryphäe des Kendo, der langjährige Kapitän des deutschen Nationalteams Roland Niewerth, die stetig anwachsende Truppe der Kämpfer, deren Zahl zur damaligen Zeit bei ca. 12 lag. Zu dieser Zeit fingen auch viele der späteren Leistungsträger wie Oliver Schmidt, Mike Tenti, Christoph und Detlev Borowetz mit dem Training an.

In den Folgejahren wuchs die Abteilung immer weiter, bekam auch von japanischen und koreanischen Freunden, wie Hak-Seung Shin, Kei Funabiki und Maiko Tanii Besuch und Unterstützung. Die Kontakte zu anderen Dojos (Kendovereinen) wurden immer intensiver, was sich an dem seit 2001 regelmäßig stattfindendem Städteturnier zwischen Braunschweig, Dortmund und Münster, sowie an Kontakten nach Lille und Wien zeigt.

Heutzutage ist Münster eine Hochburg des Nordrhein-Westfälischen Kendo geworden. Regelmäßige Platzierungen bei Landesmeisterschaften und Deutschen Meisterschaften seit 2002 belegen dies. Von den insgesamt 626 in NRW aktiven Kämpfern trainieren über 60 in Münster, darunter auch viele Frauen und Jugendliche. Mittlerweile ist Kendo auch schon einige Jahre im Sportangebot des Hochschulsports Münster etabliert, welches viele Vereinsmitglieder durch regelmäßiges Training unterstützen und aus dem immer wieder Studenten zu Germania Mauritz finden.
Eine hohe Trainingsbereitschaft und viel Vergnügen am gemeinsamen Sport haben die Kendoabteilung von Germania Mauritz Münster zu einer in ganz Deutschland bekannten Gruppe werden lassen, die auch im Jubiläumsjahr bei der Nordrhein-Westfälischen Mannschaftsmeisterschaft in Witten mit einem sehr jungen Team den 2. Platz erkämpfen konnte.


© Christoph Borowetz